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 Licht

Einige Tipps für das Beleuchten von Aquarien

Früher galt die Meinung: Ein Aquarium kann man überhaupt nicht hell genug beleuchten. Oder: Je mehr Licht, um so besser.

Diese Aussagen stimmen so nicht. Denn es wird dabei übersehen, dass im natürlichen Oxidations-/Reduktions-Gleichgewicht viel Licht auch gleichzeitig ein starker Oxidationsfaktor ist und dadurch letztendlich algenfördernd. Man braucht entsprechend starke Reduktionsfaktoren auf der Gegenseite.

Was kann man aber z.B. tun, wenn man in einer Aquarienabdeckung zwei festeingebaute Leuchtstoffröhren hat, die sich nicht getrennt schalten lassen?

Unsere Empfehlung:

Reduzieren Sie die Beleuchtungsdauer von z. B. 12 Stunden auf 10, 9 oder 8 Stunden. Oder noch besser: Gönnen Sie Ihren Pflanzen und Fischen eine "Mittagsruhe".

Bewährt hat sich folgender Rhythmus: Morgens mindestens 4 - 5 Stunden Licht. Dann eine Dunkelpause von 2 - 4 Stunden. Danach mindestens 4 bis 7 Stunden Licht. Während der Dunkelpause sollte das Becken nicht vollständig abgedunkelt sein (diffuses Licht von einem 2 - 3 Meter entfernten Fenster oder einer Glühlampe in 1 - 2 Meter Entfernung).

Die Hellzeiten sollten immer mindestens 4 Stunden betragen. Kürzere Phasen werden von den Pflanzen nicht ausreichend genutzt. Im Gegensatz zur landläufigen Meinung haben wir dabei keine negativen Auswirkungen festgestellt, weder auf Fische, noch auf Pflanzen. Vermutlich weil starke Lichtreduzierungen, z. B. durch Gewitter, in den Tropen relativ häufig sind.

Algen mögen diese "Mittagspause" offensichtlich nicht. Ob das daran liegt, dass die "primitiven" Algen weniger anpassungsfähig sind als die "modernen" Aquarienpflanzen, oder ob eine Verbesserung des Oxidations-/ Reduktions-Gleichgewichts die Hauptrolle spielt, ist noch nicht geklärt. Gegen Algen hilft diese Methode verblüffend gut.
(In den ersten Tagen nach der Umstellung sollten Sie den O2- und CO2-Gehalt regelmäßig messen und die CO2-Zugabe entsprechend anpassen. Man braucht meist etwas weniger CO2).

Lichtversuche im Gewächshaus

In Gewächshäusern hat man aufschlussreiche Wachstumsversuche mit Natriumdampflicht gemacht, das ein stark orangerotes Lichtspektrum hat. Man hat beste Erfolge damit erzielt - gerade auch bei Aquarienpflanzen (Natriumdampflicht ist allerdings für Aquarien nicht empfehlenswert. Es sei denn, man akzeptiert ein Aquarium, das grell orangerot strahlt).

DENNERLE hat darum viele Versuche unternommen, ein Lichtspektrum zu ermitteln, das den Wuchs der Aquarienpflanzen möglichst stark fördert und den Wuchs der Aquarienalgen möglichst hemmt.

Dabei hat sich bestätigt: Aquarienpflanzen in Gewächshäusern und auch in Aquarien lieben ein Spektrum mit geringem bis mittlerem Blauanteil, mittlerem Gelbgrünanteil und deutlich erhöhtem Rotanteil. Eine Erfahrung, die mittlerweile von verschiedenen Fachautoren bestätigt wird.

Jahreszeiten und Lichtfarben, Helligkeit und Dunkel

Je nach Jahreszeit ändert sich auch in den Tropen nicht nur die Blattfarbe, sondern auch die Blattdichte der Bäume. Die darunter wachsenden Pflanzen haben gelernt, sich den verschiedenen Lichtbedingungen anzupassen. Versuche in Aquarien bestätigen dies.

Man hat festgestellt: Aquarienpflanzen können sich auf die verschiedenen Lichtfarben einstellen ("gemischte" Lichtfarben über einem Aquarium sind deshalb grundsätzlich möglich). Wechselt man die Lichtfarbe, so dauert es allerdings 3 - 6 Wochen, bis sich die Pflanzen an die neue Lichtfarbe gewöhnt haben.

Neue wichtige Erkenntnisse über die Beleuchtung von Aquarien:

Prinzipiell gilt, dass sowohl Pflanzen als auch Algen unter allen gängigen Lichtfarben wachsen können. Die Erfahrungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass es dabei kleine, jedoch nicht unbedeutende Unterschiede gibt.

Interessantes aus der Entwicklungsgeschichte der Algen und Wasserpflanzen

Algen sind die ältesten Bewohner der Erde. Die ersten Blaualgen-ähnlichen Lebewesen gab es schon vor 3,5 Milliarden (3.500.000.000) Jahren. Grün- und Rotalgen entstanden später. Noch viel später erst entwickelten sich die höheren Pflanzen, zu denen auch unsere Aquarienpflanzen gehören.

Wichtig zu wissen: Die meisten Algenarten haben bis heute immer im Wasser gelebt. Die heutigen Wasserpflanzen dagegen sind fast alle Nachkommen von Pflanzen, die im Laufe der Entwicklung das Wasser verlassen hatten. Sie wuchsen Millionen Jahre lang über Wasser – häufig als Unterpflanzung in den sumpfigen Urwäldern. Man nennt solche Arten auch Schwachlichtpflanzen. Wie alle Unterholzpflanzen mussten sich auch die Wasser- und Sumpfpflanzen an das von den hohen Bäumen gefilterte Licht mit geringerem Blau-, hohem Rot- und fast keinem UV-Anteil anpassen. Erst viel später wanderten diese Arten wieder ins Wasser zurück.

Lichteinstrahlung
Aquarienpflanzen wachsen in der Natur häufig im Schatten oder Halbschatten der Bäume. Dort, wo das grüne Blätterdach die Blau- und UV-Strahlung weitgehend zurückhält.

Die meisten der später ins Süßwasser eingewanderten AIgenarten, wie z.B. die besonders lästigen Pinsel- und Bartalgen, findet man immer wieder in flachen, schnell fließenden, meist voll besonnten, klaren Gewässern, wo UV- und Blaustrahlung deutlich höher sind als im Unterholz. Je klarer das Wasser, um so tiefer können UV- und Blaustrahlung in das Wasser eindringen. Allerdings findet man in der Natur auch große Wasserpflanzenbestände in stehenden oder langsam fließenden Gewässern, die voll von der Sonne beschienen werden. Häufig hat das Wasser dann aber eine, u. a. durch Falllaub verursachte, deutlich bräunliche Eigenfarbe und filtert die UV- und Blauanteile des Sonnenlichts entsprechend stark aus (neue Untersuchungen zeigen, dass in klaren Seen bzw. im Meer die UV-Strahlen tief eindringen können, dass aber bereits nur leicht gelbliches Wasser UV-Strahlen z.B. mit 320 nm bei 70 cm Wassertiefe bis zu 100fach stärker herausfiltert als z. B. die orangefarbige oder gar rote Strahlung. Die Filterwirkung ist um so stärker, je bräunlicher die Eigenfarbe ist – man kann davon ausgehen, dass in solchen Gewässern fast keine UV-Strahlung in das Wasser eindringt).

Mit "farbigem" Wasser versucht man auch in Gartenteichen die Algen unter Kontrolle zu halten (man filtert über Torf oder gibt Torfpräparate zu).

Sonnenstrahlen Diagramm
Malawisee und Tanganjikasee werden voll von der Sonne beschienen mit entsprechendem Anteil an UV-Strahlung. Deshalb hat die TROCAL African-Lake 5085 einen messbaren UV-Anteil im Spektrum.